5 Aktien-Fehler, die selbst fortgeschrittene Anleger noch begehen

5 Aktien-Fehler, die selbst fortgeschrittene Anleger noch begehen
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Auch fortgeschrittene Anleger, die schon seit mehreren Jahren an der Börse handeln, kommen nicht um Patzer herum. Vor den folgenden 5 Aktien-Fehlern solltest du dich in acht nehmen.

Wenn du dein Geld an der Börse investierst, anstatt es auf dem Sparbuch vergammeln zu lassen, ist das bereits ein kluger erster Schritt. Dennoch solltest du wissen, dass die Wertpapiermärkte ein gewisses Risiko bergen. Wer sich ohne Vorwissen in den Börsenwahnsinn stürzt, läuft Gefahr, schmerzhafte Verluste einzubüßen. In der Vergangenheit machten wir bereits auf die häufigsten Anfängerfehler aufmerksam. Heute wollen wir dich über jene Fehler informieren, denen selbst fortgeschrittene Anleger noch zum Opfer fallen.

Fehler 1: Fallende Aktien kaufen

Eine antizyklische Strategie muss keineswegs schlecht sein. “Kaufen, wenn die Kanonen donnern. Verkaufen, wenn die Violinen spielen” soll der Bankier Carl Mayer von Rothschild einst gesagt haben. Viele fortgeschrittene Anleger folgen dieser Börsenweisheit und bleiben kritisch bei Aktien mit schnellem Kursanstieg. Stattdessen suchen sie nach Wertpapieren, die der Markt gerade verschmäht – in der Hoffnung, ein Schnäppchen zu ergattern.

Gefährlich wird es dann, wenn Anleger die sogenannten Schnäppchen mit “Schrottaktien” verwechseln. Nicht jedes Wertpapier, dass sich gerade im Abwärtstrend befindet, ist einen Kauf wert. Manche Aktien sind aus gutem Grund von einem Preis von beispielsweise 100 Euro auf 50 Euro gefallen. Eventuell befindet sich das dahinterstehende Unternehmen in großen finanziellen Schwierigkeiten, wird von überlegenen Konkurrenten abgehängt oder war von vornherein überwertet.

In solchen Fällen kann sich der Kurs auch nochmal halbieren, wie uns die Großkonzerne Nokia und Deutsche Bank in der Vergangenheit bewiesen haben. Im schlimmsten Fall führt die Jagd nach vermeintlichen Schnäppchen sogar zum Totalverlust. Anleger, die sich mit Pennystocks eindecken, kennen diese Gefahr nur zu gut. Wenn du glaubst, ein Schnäppchen gefunden zu haben, solltest du vor dem Kauf der Aktie einen umfassenden Blick auf das Unternehmen und dessen Kennzahlen werfen.

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Fehler 2: Dauerhafte Beobachtung des Markts

Es ist völlig normal, die Börse im Auge zu behalten, um Kursentwicklungen nicht zu verpassen. Allerdings lassen sich viele Anleger von dem Trubel an den Finanzmärkten verschlingen, sodass sie kaum daran vorbeikommen, mehrfach am Tag ihr Portfolio zu checken. Wie ein Daytrader versuchen manche Menschen, die Veränderungen am Markt in Echtzeit zu überprüfen. Das wiederum kann zum permanenten Umschichten des eigenen Portfolios und weiteren irrationalen Entscheidungen führen.

Dank Smartphones und Online-Brokern ist es heutzutage einfacher als je zuvor, die Kursentwicklungen der Märkte zu beobachten. Das bedeutet jedoch nicht, dass du diese blitzschnellen Informationen auch benötigst. Wer langfristig investiert, muss nicht auf jeden Mucks an der Börse reagieren. Ein wenig überspitzt erklärte der Börsenguru André Kostolany einst korrekt: “Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.”

Fehler 3: Voreingenommene Wahrnehmung von Nachrichten

Menschen haben eine Tendenz, sich selbst zu belügen – das gilt auch beim Aktienkauf. Viele Anleger blenden solche Details aus, die nicht mit ihrer Grundeinstellung gegenüber eines Wertpapiers vereinbar sind. Gute Nachrichten werden freudig aufgenommen, schlechte Nachrichten gekonnt ignoriert. Informationen über eine Aktie und das dahinterstehende Unternehmen gehen wie durch einen Filter, bevor sie den Verstand erreichen.

Mit dieser selektiven Wahrnehmung werden unbewusst Entscheidungen gerechtfertigt. Merken Anleger, dass sich eine ihrer Aktien im freien Fall befindet, suchen sie bevorzugt nach Neuigkeiten, die Optimismus wecken. Statt sich das Scheitern einzugestehen, wird an der ursprünglichen Kauf- oder Verkaufsentscheidung wie an einem Strohhalm festgehalten. Wie gefährlich dieses Verhalten ist, müssen wir nicht erklären. An der Börse ist es deshalb von größter Wichtigkeit, niemals den Emotionen die Überhand zu lassen.

Fehler 4: Hypes folgen

Die sogenannte FOMO (“Fear of missing out”), also die Angst, etwas zu verpassen, ist an der Börse allgegenwärtig. Zu oft lassen sich Anleger von einem Hype mitreißen, nur weil die Masse gerade den Kurs in die Höhe treibt. Doch Gier frisst Hirn und so kommt es häufig vor, dass man Aktien erwirbt, die schon lange nicht mehr ihrem fairen Wert entsprechen. Das wiederum kann bei der nächsten Korrektur zu einem bitterlichen Erwachen führen. Nicht ohne Grund erklärt Starinvestor Warren Buffett: “Der dümmste Grund, eine Aktie zu kaufen, ist, weil sie steigt.”

Auch vor heißen Aktientipps solltet ihr euch in acht nehmen. Zu häufig steckt dahinter ein Eigeninteresse oder die Meinung eines Vollblut-Spekulanten. Kurzum: Vor dem Aktienkauf ist es ratsam, selbst eine Analyse des dahinterstehenden Unternehmens durchzuführen.

Fehler 5: In Aktien investieren, die man nicht versteht

Du wirst nicht in jedem Bereich über Expertenwissen verfügen. Hin und wieder trifft man auf Unternehmen, deren Geschäftsmodell außerhalb des eigenen Kompetenzbereichs liegt. Wo Lebensmittelhersteller wie Coca-Cola noch leicht zu analysieren sind, wird es bei nischigen Tech-Unternehmen schon schwieriger. Der berühmte Fondsmanager Peter Lynch sagte einst, dass er “eher in Strumpfhosen als in Kommunikationssatelliten” investieren würde. “Je einfacher das Produkt oder die Leistung, desto lieber ist es mir.”

Natürlich kannst du dir das nötige Basiswissen über eine Branche aneignen. Doch in manchen Momenten muss man einfach anerkennen, dass andere Investoren besser informiert sind als man selbst. Wenn es dir an Expertise mangelt, ist es ratsam. bodenständig zu bleiben und nach anderen Investments Ausschau zu halten. An Auswahl wird es dir kaum mangeln.

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